Ursprünglich war mein Motto etwas euphemistisch und nicht ganz ernst gemeint: "Mit dem Handtuchgarten zum Selbstversorger." Aber seit November 2023 haben wir einen Schrebergarten und sind dem Selbstversorgerdasein schon ein ganzes Stück näher gekommen. Wie wir dabei vorgehen, und was wir außerdem zum Schutz der Natur unternehmen, damit der Garten nicht nur uns, sondern auch möglichst viele einheimische Lebewesen ernährt, das zeige ich hier.
2024 war unser Testlauf: Von Mai bis Dezember haben wir uns beim Gemüse komplett selbst versorgt. 2025 haben wir dann eine Schippe draufgelegt, früher angefangen und deutlich länger durchgehalten. Erst seit Mitte Januar 2026 wandert wieder Gekauftes in den Korb – obwohl im Keller noch ein Regalmeter eingekochte Zucchini stehen (und das selbstgemachte Sauerkraut aus Ewigem Kohl, an das ich mich noch nicht so ganz herantraue...).
Wenn wir jetzt zukaufen, dann strikt regional und vor allen Dingen saisonal. Warum? Weil beim Thema CO2 oft ein riesiger Denkfehler passiert.
Der Gewächshaus-Check: Schlimmer als Fliegen?
Klar, jeder schimpft auf Flugobst. Aber kaum jemand hat auf dem Schirm, wie übel die Bilanz von beheizten Gewächshäusern ist:
- Gewächshaus-Tomaten: Verursachen im Schnitt 1,4 bis 9 kg CO2 pro Kilo. Selbst in modernen Hightech-Glashäusern sind es noch 1,1 kg.
- Zum Vergleich: Werden Tomaten 1.000 km weit geflogen, „kostet“ das etwa 0,5 bis 1,5 kg CO2.
- Der Gewinner: Freilandtomaten liegen bei gerade mal 0,1 kg.
Das zeigt: Wer im Frühjahr unbedingt Äpfel oder Tomaten will, produziert massig CO2 – egal, ob die Ware aus Chile eingeflogen wurde oder monatelang energieintensiv im Kühlhaus lag. Nicht-saisonale Produkte haben einfach immer einen fetten CO2-Rucksack.
(Kleiner Side-Fact meiner KI: Selbst Einkochen liegt bei nur ca. 0,3 kg CO2 pro Kilo Gemüse – Einfrieren verbraucht über ein halbes Jahr schon 0,4 kg.)
Unser Garten schläft nicht
Das Beste ist: Es geht auch fast ohne Energieaufwand! In unserem Schrebergarten steht der Rosenkohl vom letzten Herbst immer noch da, als wäre nichts gewesen. Auch Wirsing, Palmkohl, Porree und Feldsalat hat die Kältewelle völlig kalt gelassen. Die Topinambur warten im Boden nur darauf, dass der Frost nachlässt, und der Baquieu-Salat im Hochbeet bereitet sich schon auf seinen großen Auftritt im Februar vor.
Auch Postelein ist praktisch unkaputtbar – wenn man denn dran denkt, rechtzeitig Samen zu besorgen! Es ist eigentlich schade: In unseren Breitengraden kann man so viel Gemüse einfach CO2-neutral draußen überwintern, aber kaum noch jemand macht es.
Die nächste Etappe
Ich habe mir jetzt Wolfgang Palmes „Frisches Gemüse im Winter ernten“ geschnappt. Das Ziel für 2027 steht: Wir wollen die Marke „Mitte Februar“ knacken, bevor wir das erste Mal wieder in den Supermarkt müssen.
(P.S. Fakten wurden von mir recherciert, Text und Links kommen von der KI. Lass' doch einen Kommentar hier, wie Dir das gefallen hat.)
Klar, dass Vögel als Badegäste problemlos zum Teich kommen können. Aber wo kommen eigentlich die Wasserlebewesen her? Und wann kommen sie in dieses vollkommen neue Gewässer? Hier die Chronologie der Besiedlung des Teichs:
Der Winter 2025/26 hatte ja von allem etwas. Obwohl objektiv zu warm gab es einige knackig kalte Tage, bei denen man um sein Freilandgemüse fürchten musste. Aber Kohl, Spinat, Porree und Feldsalat hatten keine Probleme. Nur der Chinakohl und der Asisalat waren im Frühbeet leicht indigniert, ließen sich zwar noch essen, verloren aber einige Blätter an den Frost. Und der viele Regen nervte! Aber wohl nur mich, die Pflanzen kamen damit zurecht.
Mittlerweile beobachte ich mit drei Wildkameras das Geschehen im Garten. Hier einige der Fotos.
Mist, so ein Schietwetter, und ich wollte doch heute anfangen, über meinen Garten zu schreiben!
Dann erzähle ich halt etwas von unseren Zimmerpflanzen. Wir haben ja außer den Pflanzen auch noch eine ganze Reihe von Aquarien. Was liegt da näher, als das Aquarienwasser beim Wasserwechsel nicht wegzuschütten, sondern zum Blumen gießen zu verwenden?

Es gibt ja auch Landpflanzen, die direkt im Wasser wurzeln können. Gerne werden z.B. Efeututen (Epipremnum aureum) in Aquarien gesetzt, um die Nährstoffe aus dem Wasser zu ziehen.
Für unsere Küche haben wir eine besonders pfiffige Lösung gefunden, wie wir Aquarienwasser zur Bewässerung ganz normaler Topfblumen nutzen können.
Hier ist ein Foto unseres Küchenfensters. In der Mitte steht ein kleines 10l-Aquarium. Da das Aquarium genau hinter der Mittelstrebe des Fensters im Schatten steht, beleuchte ich es zusätzlich mit einer handelsüblichen Klemmlampe für Nano-Aquarien, die über eine Zeitschaltuhr gesteuert wird. Bei einem Fenster ohne Mittelstrebe könnte man auf künstliche Beleuchtung auch verzichten.
Natürlich kann man in so einem Aquarium keine großen Fische halten. Bei uns lebt hier zeitweise ein Pärchen Kilifische, aber man könnte auch einige schöne Schnecken oder Garnelen hinein setzen.
Jahrelang hatten wir nur ein winziges und extrem schattiges Plätzchen für Gemüseanbau auf dem Garagendach, auf dem vieles mehr schlecht als recht wuchs. Dann fiel die Entscheidung im Oktober 2023, und ganz plötzlich - bämm - hatten wir 400 Quadratmeter leicht vernachlässigtes Gartenland, davon ca 40 qm als Gemüsebeet.
Was macht man mit so viel Fläche? Was soll man anbauen? Am besten alles, wir sind formidabele Grünfuttervernichter. Aber wie anbauen? Und dann gibt's ja noch das mit den guten und schlechten Nachbarn, und wie legt man die Beete am besten an?
Weiterlesen: Mischkultur nach den Prinzipien der Mikro-Landwirtschaft

