"Mit dem Handtuchgarten zum Selbstversorger" wäre sicher übertrieben, aber ich zeige hier einige meiner Tricks, wie man auch aus wenigen Quadratmetern Nutzgarten anständigen Ertrag holen kann.

Mist, so ein Schietwetter, und ich wollte doch heute anfangen, über meinen Garten zu schreiben!

Dann erzähle ich halt etwas von unseren Zimmerpflanzen. Wir haben ja außer den Pflanzen auch noch eine ganze Reihe von Aquarien. Was liegt da näher, als das Aquarienwasser beim Wasserwechsel nicht wegzuschütten, sondern zum Blumen gießen zu verwenden?

Hydroponik auf dem Fensterbrett

Es gibt ja auch Landpflanzen, die direkt im Wasser wurzeln können. Gerne werden z.B. Efeututen (Epipremnum aureum) in Aquarien gesetzt, um die Nährstoffe aus dem Wasser zu ziehen.

Für unsere Küche haben wir eine besonders pfiffige Lösung gefunden, wie wir Aquarienwasser zur Bewässerung ganz normaler Topfblumen nutzen können.

Hier ist ein Foto unseres Küchenfensters. In der Mitte steht ein kleines 10l-Aquarium. Da das Aquarium genau hinter der Mittelstrebe des Fensters im Schatten steht, beleuchte ich es zusätzlich mit einer handelsüblichen Klemmlampe für Nano-Aquarien, die über eine Zeitschaltuhr gesteuert wird. Bei einem Fenster ohne Mittelstrebe könnte man auf künstliche Beleuchtung auch verzichten.Wasserentnahme durch einen Filterschwamm

Natürlich kann man in so einem Aquarium keine großen Fische halten. Bei uns lebt hier zeitweise ein Pärchen Kilifische, aber man könnte auch einige schöne Schnecken oder Garnelen hinein setzen.

Die Pflanzen rechts und links auf dem Fensterbrett hängen über handelsübliche Bewässerungsschläuche mit Tonkegeln (z.B.: Blumat) in dem Aquarium und entnehmen diesem das durch die Ausscheidungen der Fische gedüngte Wasser. Statt umständlich jeden Topf einzeln zu gießen, muss man nur noch regelmäßig das Aquarium nachfüllen. Ungefähr zwei bist drei Liter braucht dieses Fenster pro Woche.

Der regelmäßige Wasserwechsel freut natürlich auch die Fische in dem Becken - bei den anderen Aquarien vergesse ich das leider auch schon mal.

Damit das Ganze wirklich problemlos funktioniert, sind einige Kniffe nötig:

Zuerst einmal ist es wichtig, dass die Pflanzen über dem Wasserspiegel im Becken stehen. Sonst saugen sie früher oder später durch die Bewässerungsschläuche die Becken leer und veranstJavamoos - Taxiphyllum barbierialten eine riesige Schweinerei. Glaubt mir: Es geht 3 Wochen gut, vielleicht auch 5, aber spätestens wenn ihr in Urlaub fahrt, habe ihr nachher eine Riesenüberschwemmung. Sicher!
Daher also die kleinen Holzregalre rechts und links vom Aquarium. Ihr könnt ja - so wie wir - euren Nippes darunter stellen.

Zweitens: Wenn ihr wirklich Tiere in dem Aquarium haltet, die organische Abfälle erzeugen, hängt die Schläuche nicht direkt ins Wasser. Früher oder später setzten Euch die organischen Abfälle die Schläuche zu, und die Pflanzen vertrocknen. Hängt die Schlauchenden besser in einen Filterschwamm wie in dem Bild links. Der hält Euch den Dreck fern und kann zudem noch schön - wie hier mit Javamoos Taxiphyllum barbieri bepflanzt werden.
Obwohl Javamoos im Aquarium gerne als Unterwasserbepflanzung eingesetzt wird, wächst die Pflanze auch emers und bildet früher oder später einen äußerst reizvollen Bewuchs auf dem Filterschwamm.

 

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