Zurück zu Kapitel 3.6

3.7 Gelelektrophorese

Wie schon im Kapitel "Material und Methoden" in Abschnitt 2.5.2 vermerkt, wurden zwei verschiedene Gradientengele auf ihre Tauglichkeit für die Untersuchungsobjekte getestet. Beim Vergleich der beiden Gradientengele fiel auf, daß bei gleicher Stromstärke (30 mA) die Spannung zwischen Kathode und Anode bei dem Gradientengel b im Verlauf der Proteintrennung 100 V nicht überschritt, während sie beim Gel a über 200 V lag. Wohl infolge der hohen Spannung gelang mit den Gelen vom Typus a keine saubere Auftrennung der Proteinfraktionen. Das änderte sich tendenziell, wenn diese Gele mit wesentlich geringeren Stromstärken (10 mA) bearbeitet wurden, aber auch dann ließ die Trennschärfe, verglichen mit den Ergebnissen des anderen Gradientengels, stark zu wünschen übrig (Abb. 70). Ein Vergleich der Rezepturen für die beiden Gele legt die Vermutung nahe, daß das Gel a durch den wesentlich geringeren Anteil an Trenngelpuffer nicht leitfähig genug ist, und die Proteine durch die daraus resultierende hohen Stromspannungen beschädigt werden.

3.7.1 Proteolyse

Die Beobachtung von Lindenblatt (1988), daß das Proteinextrakt von Reticulomyxa filosa eine starke proteolytische Aktivität aufweist, konnte nicht bestätigt werden. Auch ohne den Zusatz von Protease-Inhibitoren zeigte sich nach 24stündiger Lagerung von Proben 0 im Probenpuffer bei 6 C keine Änderung in der Proteinzusammensetzung. (Vgl. auch Abb. 71)

3.7.2 Effekte von DMSO

Im Vergleich zu Proteinextrakten von für 45 Minuten mit 2% DMSO inkubierten Exemplaren von Reticulomyxa filosa mit unbehandelten Organismen zeigen sich einige markante Unterschiede. Im Bereich hoher bis mittlerer Molekulargewichte sind einige prominente Banden in den Extrakten DMSO-behandelter Zellen zu finden, die in normale inkubierten Zellen nicht anzutreffen sind. (Pfeile a - d in Abb. 71.) Zusätzlich scheint es so, als ob die Bande auf der ungefähren Höhe des Aktin-Markers an Intensität verloren habe, während die unmittelbar darüberliegende Bande (e in Abb. 71) an Intensität hinzugewonnen habe. Zusätzlich tauchen auch in dem Bereich niedrigen Molekulargewichts eine ganze Reihe neuer Banden auf (f - h in Abb. 71). Da leider keine Proteinmengenbestimmung durchgeführt wurde, können diese Ergebnisse nur als Anhaltspunkt dafür dienen, daß DMSO offensichtlich auf die Proteinzusammensetzung oder -mobilität einen großen Einfluß hat. So könnte vermutet werden, daß es sich bei den hochmolekularen Proteinen um mobilisierte MAPs handelt, deren Bindung zu den Mt gelöst worden ist.

Weiter zu Kapitel 4: Diskussion