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3.4 Ca2+ -Nachweis durch Arsenazo III

Die Kontrastierung mit Arsenazo III wurde von Ortland (1990) als eine Methode des elektronenmikroskopischen Nachweises von Calcium eingeführt. Mit Hilfe dieser Methode gelang es Ortland unter anderem, zu zeigen, daß im sarcoplasmatischen Reticulum der Muskelzellen von Branchiostoma lanceolatum größere Mengen Calcium gespeichert sind.

Die Abbildungen Nr. 29 und 30 zeigen zwei ähnliche Stellen gefriersubstituierter Exemplare von Reticulomyxa filosa, einmal mit und einmal ohne Applikation von Arsenazo III während der Dehydrierung. Für alle gefriersubstituierten Präparationen von Reticulomyxa scheint typisch zu sein, daß im Gegensatz zu anderen Behandlungen der Membrankontrast deutlich erhöht ist. Die beiden Lipidlayer der Zellmembran sowie der Membranen der verschiedenen Zellorganellen sind deutlich voneinander zu unterscheiden. Dabei ist im allgemeinen die Seite der Membran, die dem wäßrigen Kompartiment zugewandt ist, deutlicher kontrastiert und erscheint im Schnitt dicker. Wahrscheinlich geht dieser Effekt auf die stärkere Kontrastierung der Glykokalyx zurück. Der deutlichste Unterschied zwischen diesen Präparaten ist die höhere Affinität der mit Arsenazo III behandelten Zellen zu den anderen Kontrastierungsmitteln, wahrscheinlich insbesondere zu Uranylacetat. Die Schnitte von mit Arsenazo III kontrastierten Organismen weisen einen deutlicheren Kontrast auf, während nicht damit behandelte Zellen im elektronenmikroskopischen Bild seltsam fahl erscheinen. Die Mitochondrien bieten bei beiden Behandlungsmethoden ein ähnliches Bild, wie auch in herkömmlich fixierten Zellen. Eine intensivere Kontrastierung der mitochondrialen Matrix, die bei manchen Organismen als Calciumspeicher dient, ist nicht zu beobachten. Auffällig bei der Betrachtung Arsenazo III-behandelter Schnitte ist der extrem ausgeprägte Kontrast der Clathrinhüllen von coated vesicles. (Abb. 31)

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